Dienstag, 1. November 2011

Eine Retrospektive, die keine ist

zu: "Ulrich Erben - Lust und Kalkül. Malerei aus fünf Jahrzehnten" im MKM, Duisburg // bis 29.01.2012

Das MKM - Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen eröffnete vergangene Woche Ulrich Erbens bisher größte Einzelausstellung in Nordrhein-Westfalen. Und das wurde auch höchste Zeit, denn schließlich wurde der Künstler nicht nur hier geboren, sondern er lehrte 25 Jahre lang an der Düsseldorfer Kunstakademie und lebt bis heute in der Landeshauptstadt und in Italien.
Großer Andrang bei der Pressekonferenz (links: Ulrich Erben)
Wie der Titel verrät, vereint die Duisburger Ausstellung Arbeiten aus fünf Jahrzehnten und macht so die künstlerische Entwicklung Ulrich Erbens nachvollziehbar. Anfangs entstehen gegenständlich - durch die Landschaft - geprägte Bilder, die sich zunehmend von dem Motiv lösen und eine radikale Zäsur nach sich ziehen: Ab Ende der 60er Jahre verbannt der Künstler das Gegenständliche völlig, weil es ihm "plötzlich lästig, auch überflüssig" ist und er schafft weiße Bilder, die er 1977 auf der documenta 6 zeigt und die ihn bekannt machen.
"Ohne Titel", 1968, Öl auf Leinwand, 110x95 cm
"Terre", 2011, Acryl auf Papier, 44-teilig, ca. 294x560 cm
In der Folge arbeitet Ulrich Erben mit Lichtobjekten und findet in seiner Malerei zur Farbe, nicht aber zum Motiv zurück. So wird er einer der wichtigsten deutschen Vertreter der Farbfeldmalerei und das MKM hat gut daran getan, ihm eine umfassende Werkschau auszurichten. Eine schöne, gelungene Retrospektive, möchte ich fast schreiben, auch wenn die Kuratorin der Ausstellung - Eva Müller-Remmert - auf der Pressekonferenz entschieden erklärte, dass es keine sei!

Abb. Mitte: © Ulrich Erben, Foto: Katalog
Abb. unten: Installationsansicht MKM, © Ulrich Erben, Foto: Werner Hannappel

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