Freitag, 10. Dezember 2010

Karola Kraus und das MUMOK

Zur Schließung des Museums für Moderne Kunst (MUMOK), Wien vom Mai bis September 2011

Kaum ist eine neue Direktorin ernannt, schon bahnen sich Umbaumaßnahmen, Renovierungen, Verbesserungen, kurzum: Schließungen an. Karola Kraus, die zuvor Leiterin der Baden-Badener Kunsthalle war, gab im November ihre Antrittspressekonferenz im Mumok. Dabei erklärte sie ihre Pläne für die nächsten Jahre und auch die Umbaumaßnahmen: Die Beleuchtung soll zeitgemäßer werden, der Boden gewechselt, der Museumsshop erweitert und zudem ein Multifunktionssaal integriert werden. Und als wäre das nicht genug, wurde sogleich der österreichische Künstler Florian Pumhösel mit dem Entwurf eines neuen Corporate Designs beauftragt.
Während der 14-wöchigen Schließungszeit, in der diese ganzen Umbauten stattfinden sollen, wird das Museum sich jedoch weiterhin nach außen präsentieren und regt beispielsweise ein Plakatprojekt im öffentlichen Raum an.
Die neue Direktorin des MUMOK Karola Kraus

So weit, so gut. Irgendwie werde ich jedoch das Gefühl nicht los, dass jeder neue Direktor erstmal das Museum umbauen und bestenfalls erweitern, möglichst dem Ganzen ein neues Logo verpassen muss. Mit Paukenschlag beginnt die Amtszeit von Karola Kraus also, hoffentlich ist es das wert. Immerhin verliert Wien damit, mal wieder für einige Monate einen Museumzutritt. Zudem werden insgesamt 3,2 Mio. Euro für die Maßnahmen veranschlagt – Geld, welches man auch für anderes nutzen könnte. Wie wäre es beispielsweise damit, einen Tag im Monat allen Besuchern freien Eintritt zu gewähren? Damit, so denke ich, käme man dem Bildungsauftrag eines Bundesmuseums viel näher als mit einer "Verschönerung" der Raumsituation...

Bild von: http://www.mumok.at/presse/aktuell/

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen